RECHNEN

THERAPIE: RECHNEN

Dyskalkulie? Rechenstörung? Rechenschwäche? 
Wenn Zahlen nur Zeichen und Rechnungen schwierig sind …

Dass das Zeichen „5“ eine Menge von fünf Objekten ausdrückt, ist für die meisten von uns selbstverständlich. Was aber, wenn Kinder diese Verbindung nicht herstellen können, wenn sie nicht verstehen, dass man Mengen zerlegen und zusammenfügen kann? Ist das Verständnis für Mengen nicht gefestigt, greifen Kinder oft zu ungünstigen Strategien, das heißt sie zählen, statt zu rechnen oder versuchen, sich möglichst viele Rechnungen und deren Ergebnisse einzuprägen. Die betroffenen Kinder schaffen es im Bereich der Mathematik nicht, Leistungen zu erbringen, die aufgrund ihrer Intelligenz, ihres Alters und ihrer Schulstufe zu erwarten wären.

+ Herausforderungen beim Rechnen sind unter anderem:

    • Zählen vorwärts, rückwärts, in Schritten
    • Erkennen von strukturierten Mengen (Würfel- und Fingerbilder)
    • Zeigen von strukturierten Mengen
    • Zuordnung von Mengen zu Zahlen und umgekehrt
    • Zerlegungen von Mengen (zB 8 kann ich aus 4 und 4 zusammensetzen, aber auch aus 7 und 1)
    • Verständnis für mathematische Begriffe (gleich, mehr, weniger, …)
    • Verständnis für mathematische Zeichen (=, +, -, …)
    • Verständnis für 0
    • Rechnen ohne Zählhilfen
    • Verständnis für den Stellenwert
    • Rechnen mit Über- oder Unterschreitung

Warum sind Diagnose und Therapie wichtig?
Unser Ansatzpunkt ist dort, wo dein Verständnis endet …

Betroffene merken als Erste, dass ihnen das Rechnen schwerfällt und versuchen dann häufig selbständig, eine Lösung für die Schwierigkeiten zu finden. Ohne Unterstützung landen sie dabei oft beim zählenden Rechnen oder dabei, die Aufgaben samt Ergebnissen auswendig zu lernen. Das aber ist eine Sackgasse und spätestens in höheren Zahlenräumen zeigt es sich, dass die Strategie nicht mehr funktioniert. Eine gründliche Diagnostik zeigt, wo die Herausforderungen liegen und welche (günstigen und ungünstigen) Strategien das Kind beim Rechnen verwendet. Auf dieser Basis können die Betroffenen dann fehlende Grundlagen erwerben und darauf aufbauend sinnvolle Strategien für den Umgang mit Zahlen zu erlernen. Im Netzwerk mit Erziehungsberechtigten und Lehrkräften ist es das Ziel, die Rahmenbedingungen für das Kind möglichst optimal zu gestalten und das Kind mit individueller Förderung so zu unterstützen, dass ein kompetentes Agieren mit Zahlen möglich wird.

Wann sollte eine Abklärung in Betracht gezogen werden?
Frühes Eingreifen = schnellere Hilfe und Vermeidung ungünstiger Strategien

Kinder merken meistens vor allen anderen, was ihnen schwerfällt. Wenn Sie beobachten, dass Aufgaben vermieden werden, dass im Geheimen (z.B. unter dem Tisch oder in der Vorstellung) gezählt wird, sollte eine Abklärung in Betracht gezogen werden. Auch wenn Ihnen auffällt, dass Würfelspiele oder Puzzles vermieden werden, dass Ihr Kind Finger- oder Würfelbilder immer wieder neu abzählt, kann das ein Hinweis darauf sein, dass es Schwierigkeiten bei den Basisfähigkeiten hat. Wissenschaftlich evaluierte Testverfahren zeigen dann, wo Ihr Kind im Rechenerwerb steht, und bieten die Basis für den Aufbau der gezielten Förderung.

 

Wie verläuft die Therapie?
Wir fangen dort an, wo die Schwierigkeiten ihre Wurzel haben.

Nach der Analyse der Testergebnisse und der Anamnese wird für jedes Kind ein individueller Therapieplan erstellt, der dort ansetzt, wo es sich noch sicher fühlt. Auf diesem Wissen aufbauend erarbeiten wir die Basis so, dass es dem Kind dann möglich ist, sinnvolle Strategien anzuwenden und sich selbst zu helfen. Wir setzen im Gegensatz zur Nachhilfe nicht am aktuellen Schulstoff an, sondern auf der Ebene, auf der sich das Kind noch sicher fühlt, um dann in der Folge jene Themen zu bearbeiten, die noch herausfordernd sind. Denn nur mit einer gefestigten Basis sind langfristige Erfolge möglich. Erfahrungsgemäß sind ein bis zwei Termine pro Woche optimal. Zusätzlich bekommen die Kinder zur Festigung des erworbenen Wissens kleine Hausaufgaben, die sie grundsätzlich selbständig erledigen können. Natürlich dürfen Sie Ihr Kind beim Arbeiten auch begleiten und sich erklären lassen, wie es zu den Lösungen kommt und was es in der Therapie schon gelernt hat. Mit regelmäßigen informellen Analysen und standardisierten Tests wird der Förderfortschritt überwacht und dokumentiert.

 

KOntakt

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